{"id":309,"date":"2020-05-11T13:39:15","date_gmt":"2020-05-11T13:39:15","guid":{"rendered":"http:\/\/resilienz80337-nelestroebel.de\/?page_id=309"},"modified":"2020-07-28T09:45:23","modified_gmt":"2020-07-28T09:45:23","slug":"texte-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/resilienz80337-nelestroebel.de\/?page_id=309","title":{"rendered":"Texte"},"content":{"rendered":"\n\t<p>Liebe K\u00fcnstler*innen und Kuturschaffende rund um und im Schlachthofviertel,<\/p>\n<p>seit meinem Studium der Bildhauerei in Wien lebe und arbeite ich in M\u00fcnchen Sendling.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit dem Abriss des denkmalgesch\u00fctzten Osramgeb\u00e4udes, (von den Architekten Henn und Str\u00f6bel erbaut) und dem Verschwinden aller B\u00e4ume auf dem Gel\u00e4nde, f\u00fchle ich mich als bildende K\u00fcnstlerin in der Pflicht, Zeichen gegen diese Art von ziemlich brutalem Stadtumbau, Verdichtung und Naturzerst\u00f6rung zu setzen.<\/p>\n<p>Mit dem Ausstellungs- und Kommunikationsprojekt im Juli 2020, VERDICHTUNGEN_EIN STADTGESPR\u00c4CH 2020, m\u00f6chte ich die Kulturschaffenden, K\u00fcnstler*innen, Gr\u00fcnaktivisten und interessierte Bewohner des Schlachthofviertels, Sendling und Isarvorstadt erreichen.<\/p>\n<p>Ziel ist es \u201eeinen Fu\u00df in die T\u00fcr\u201c beim Umbau des Viertels zu bekommen.<\/p>\n<p><strong>Der Ort: <\/strong>Der S\u00fcdbahnhof und die Viehhallen pr\u00e4gten lange den Alltag rund um die Zenettistra\u00dfe.T\u00fcrkische Familien z\u00fcchteten zwischen stillgelegten Geleisen Zuckermais. Prober\u00e4ume und Kneipen wie die \u201eGruam\u201c oder das \u201eSubstanz\u201c dampfen, Tatortszenen werden in der Tumblingerstrasse abgedreht. Hier kann M\u00fcnchen noch knistern. Die \u201eAlte Utting\u201c schwebt auf der Eisenbahnbr\u00fccke, regelm\u00e4\u00dfig h\u00e4ngen zu hohe Laster an der Br\u00fccke Isartalstrasse fest, das Gasteiginterim kommt und nun das Volkstheater.<\/p>\n<p>\u201eHobbyg\u00e4rtner, die Blumen und Gem\u00fcse z\u00fcchten, wo sich nur ein paar Meter entfernt Graffiti-Sprayer austoben. Genie\u00dfer, die im Freien teuren Wein zur italienischen Pasta schl\u00fcrfen, w\u00e4hrend nur einen Steinwurf entfernt Rinder geschlachtet werden und die Luft nach Exkrementen und Blut riecht. Und man hat hier auch schon Porsches neben einem Misthaufen an der Lkw-Desinfektionsanlage parken sehen. An keinem Ort der Stadt sind so viele Gegens\u00e4tze vereint, wie am alten Viehhofgel\u00e4nde im Schlachthofviertel. An keinem anderen Flecken M\u00fcnchens herrscht eine \u00e4hnlich l\u00e4ssige Atmosph\u00e4re und kreative Spannung, die sowohl von den Anwohnern als auch von Jugendlichen und Junggebliebenen aus der ganzen Stadt geliebt wird.\u201c (Zitat Andreas Schubert SZ).<\/p>\n<p><strong>Zur Geschichte: <\/strong>Der Vieh- und Schlachthof M\u00fcnchen wurde von 1876 bis 1878 nach den Pl\u00e4nen des Stadtbaurates Arnold Zenetti errichtet. Nach den Bombardements von 1943-45 wurden viele Hallen in den 50ger Jahren ersetzt. So entstand eine besondere Stil- und Geb\u00e4udemischung die den \u201eBauch von M\u00fcnchen\u201c ausmacht. Eine Bezeichnung der M\u00fcnchner f\u00fcr die Gegend um die Betriebe Gro\u00dfmarkthalle und Schlachthof in den Stadtbezirken Sendling und Isarvorstadt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Das Areal ist in st\u00e4dtischem Besitz. Es hat viele Freifl\u00e4chen, tolle Hallen und <\/strong><strong>au\u00dfergew\u00f6hnliche B\u00fcrogeb\u00e4ude aus den 50ger Jahren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Kunstprojekt VERDICHTUNGEN_EIN STADTGESPR\u00c4CH 2020 sucht und entwickelt Antworten aus der Sicht der K\u00fcnstler*innen und Kulturschaffenden vor Ort. Es definiert das Viertel als zuk\u00fcnftigen Ort der K\u00fcnste und der Kreativit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Ich m\u00f6chte Euch\/Sie um Mitarbeit bei der Erarbeitung eines <\/strong><strong>Fragenkatalogs an Gesellschaft und Politik bitten.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gibt es konkrete Antworten zu Fragen wie:<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen K\u00fcnstler*innen auch im zuk\u00fcnftigen Viertel sichtbar sein?<\/p>\n<p>Wo bleiben historische Hallen und R\u00e4ume f\u00fcr die Arbeit der K\u00fcnstler*innen erhalten?<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen neu entstehende Gr\u00fcnzonen in der gentrifizierten Stadt von \u00a0\u00a0K\u00fcnstler*innen entwickelt werden?<\/p>\n<p>Wie kann Arbeiten und Wohnen nachhaltig verbunden werden?<\/p>\n<p>Wie sieht der Umbau nach dem shut down aus und gibt es \u00fcberhaupt dann noch Finanzierungsm\u00f6gichkeiten f\u00fcr Gro\u00dfprojekte?<\/p>\n<p>Sollte der Stadtrat beschlie\u00dfen kleinere nachhaltige Gestaltungen zu f\u00f6rdern und so die Kunst als produktive Kraft wieder in M\u00fcnchen zu st\u00e4rken?<\/p>\n<p>Ist die kleinteilige und gemischte Bebauung in Abschnitten und mit unterschiedlichen Bauherren realisierbar?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen unser Viertel wieder neu denken und trotz Abstandsregelungen kreativ besetzen.<\/p>\n<p>Bitte senden Sie \u00a0mir Ihre\/Eure Anregungen und Fragen und bleibt gesund<\/p>\n<p>Die geplante Arbeit von Nele Str\u00f6bel ist eine Art Stadt_Gespr\u00e4ch:<\/p>\n<p>Mit zeichnerischen, medialen und plastischen Mitteln werden modellhafte Stadterkundungen erschaffen. Es werden Utopien entwickelt die Erfahrungsr\u00e4ume haptisch und optisch erlebbar machen und einen sch\u00f6pferischen Zugang zu den Konflikten verdichteter St\u00e4dte erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Post Scriptum nach Corona, das Kunstprojekt wird gerade digital\/ virtuell umgesetzt:<\/strong><\/p>\n<p>Neben der Ausstellung der Kunstwerke zum Thema von Sybille Rath (Malerei und Zeichnung),\u00a0 und meinen Installationen werden auch die Ergebnisse unserer k\u00fcnstlerischen Stadterkundungen, partizipatorischen Aktionen mit der K\u00fcnsterin Eva Raiser-Johanson und\u00a0 G\u00e4sten, Bewohnern und Entscheidern und die Dokumentationen unserer Interventionen und Performances geteilt und pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Das Kunstprojekt VERDICHTUNGEN_EIN STADTGESPR\u00c4CH 2020<\/p>\n<p>schw\u00e4rmt\u00a0 in den \u00f6ffentlichen Raum vor dem Schlachthof, zum Bauplatz des<\/p>\n<p>Volkstheaters und zu Orten der freien Szene des Viertels aus.<\/p>\n<p>Das diskursive Projekt mit namhaften Architekt*innen liefert eine Plattform f\u00fcr Interventionen und k\u00fcnstlerische Stellungnahmen zur aktuellen Debatte \u00fcber Besitz, Nutzung und Teilhabe am Stadtraum.<\/p>\n<p>Es soll unmittelbar im \u00f6ffentlichen Raum stattfinden und virtuell kommuniziert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es sind modellhafte Szenarien wie<\/p>\n<ol>\n<li>eine Boden- Wandinstallation zu \u201egr\u00fcnen Taschen\u201c und deren Umsetzung in Falt und Klappobjekte geplant.<\/li>\n<li>Ein Entwurf zum nachhaltigen Wassermanagement im Stadtraum<\/li>\n<li>und k\u00fcnstlerisch gestaltete Orte zum Schutz gegen Sonne und Starkregen sollen entwickelt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Rahmen der Ausstellung \u201eVERDICHTUNGEN_EIN STADTGESPR\u00c4CH 2020\u201c<\/p>\n<p>sind dar\u00fcber hinaus sch\u00f6pferische, investigative und performative Beitr\u00e4ge von bildenden K\u00fcnstler*innen aus Bayern zum \u201eStadt-Leben 2.0\u201c, zwischen Spekulation, Gentrifizierung und neuen Formen der Urbanit\u00e4t geplant.<\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung<\/strong> wird aufgebaut, abgefilmt mit Moderation und fotografiert.<\/p>\n<p>Alle Beteiligten tragen Masken, Desinfektionsmittel ist vorhanden und der Mindestabstand von 1,50 m wird gewahrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe K\u00fcnstler*innen und Kuturschaffende rund um und im Schlachthofviertel, seit meinem Studium der Bildhauerei in Wien lebe und arbeite ich in M\u00fcnchen Sendling. 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